Warum Ihre Website keinen Cookie-Banner braucht
Cookie-Banner sind kein Gesetz, sondern eine Folge davon, wie eine Website gebaut ist. Wer auf Google Analytics und eingebettete Dienste verzichtet, braucht keinen — und bekommt verlässlichere Zahlen.
Fast jede Schweizer KMU-Website begrüsst Besucherinnen und Besucher heute mit einem Banner, das um Erlaubnis bittet. Das ist so verbreitet, dass die meisten es für eine gesetzliche Pflicht halten.
Ist es nicht. Ein Cookie-Banner ist die Folge einer technischen Entscheidung — nämlich der, Dienste einzubinden, die Daten Ihrer Besucher an Dritte senden. Treffen Sie diese Entscheidung nicht, entfällt der Banner.
Warum der Banner überhaupt da ist
Eine typische Website lädt im Hintergrund eine Reihe fremder Dienste:
- Google Analytics für die Besucherstatistik
- Google Fonts vom Google-Server statt vom eigenen
- Eine eingebettete Karte von Google Maps
- Ein YouTube-Video, das schon beim Laden der Seite mit YouTube spricht
- Social-Media-Buttons, die mitzählen, wer die Seite aufruft
Jeder dieser Dienste erfährt dabei, dass diese Person diese Seite besucht hat — oft samt IP-Adresse, und bevor die Person irgendetwas angeklickt hat. Dafür braucht es eine Einwilligung. Daher der Banner.
Was stattdessen möglich ist
Alle fünf Punkte haben eine Entsprechung, die ohne Datenabfluss auskommt:
| Statt | Besser |
|---|---|
| Google Analytics | eigene Statistik auf dem eigenen Server, anonym |
| Google Fonts | Schriften mit der Website ausliefern |
| eingebettete Karte | Bild der Karte, das auf die Karte verlinkt |
| eingebettetes Video | Vorschaubild, das erst auf Klick lädt |
| Social-Buttons | normale Links |
Das Ergebnis ist eine Website, die beim Aufruf mit niemandem spricht ausser mit Ihrem eigenen Server. Dann gibt es nichts, wofür eine Einwilligung nötig wäre.
Drei Gründe, warum das besser ist — nicht nur rechtlich sauberer
1. Sie bekommen verlässlichere Zahlen
Das ist der Punkt, der die meisten überrascht. Ein Cookie-Banner, den die Hälfte der Leute ablehnt, führt dazu, dass Ihre Statistik die Hälfte Ihrer Besucher nicht sieht. Dazu kommen Werbeblocker, die Google Analytics ohnehin blockieren — je nach Publikum sind das nochmals 20 bis 40 Prozent.
Eine serverseitige, anonyme Zählung erfasst alle Aufrufe, weil sie nichts blockieren kann und nichts fragen muss. Sie bekommen weniger Detailtiefe, aber die Grundzahlen stimmen. Für die Fragen, die ein KMU wirklich hat — wie viele Leute waren da, woher kamen sie, welche Seite wurde gelesen — reicht das vollkommen.
2. Die Seite wird schneller
Jeder eingebundene Fremddienst bedeutet eine zusätzliche Verbindung zu einem anderen Server. Google Analytics, Google Fonts, ein Consent-Werkzeug und eine eingebettete Karte summieren sich schnell zu mehreren hundert Kilobyte, die geladen werden, bevor die Seite nutzbar ist.
3. Niemand muss etwas wegklicken
Ein Banner ist das erste, was Ihre Besucher von Ihnen sehen. Es fragt nach etwas, das niemand geben will, und steht im Weg. Keiner zu haben ist auch ein Signal darüber, wie Sie arbeiten.
Und die Datenschutzerklärung?
Die brauchen Sie weiterhin — sie wird nur deutlich kürzer. Statt einer Auflistung von Drittanbietern, Speicherfristen und Rechtsgrundlagen pro Dienst steht dann im Wesentlichen: Was Sie ins Kontaktformular schreiben, kommt per E-Mail bei uns an; der Server führt technisch notwendige Protokolle; sonst passiert nichts.
Rechtlich gilt in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), für Besucherinnen und Besucher aus dem EU-Raum zusätzlich die DSGVO. Beide werden erheblich einfacher einzuhalten, wenn gar keine Daten an Dritte fliessen.
Woran Sie erkennen, ob Ihre Seite einen Banner braucht
Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Browserfenster und schauen Sie in den Entwicklerwerkzeugen unter «Netzwerk» nach, welche fremden Adressen beim Laden kontaktiert werden. Wenn dort ausser Ihrer eigenen Domain nichts steht, brauchen Sie keinen Banner.
Falls das zu technisch klingt: Es genügt auch die Frage an Ihre Agentur, ob Google Analytics eingebunden ist und ob die Schriften vom eigenen Server kommen. Die Antwort sagt Ihnen alles.
Diese Website hier setzt keine Cookies, bindet keinen Fremddienst ein und lädt ihre Schriften vom eigenen Server. Beim Aufruf dieser Seite wird kein einziger fremder Server kontaktiert — deshalb sehen Sie kein Banner. Nachprüfen können Sie das mit den Entwicklerwerkzeugen Ihres Browsers, so wie oben beschrieben.