Firma gegründet — diese 7 digitalen Dinge brauchen Sie in der ersten Woche
Von der eigenen Domain über die geschäftliche E-Mail-Adresse bis zum Impressum: eine Checkliste für frisch gegründete Schweizer Unternehmen, in sinnvoller Reihenfolge.
Der Handelsregistereintrag ist durch, die Firma existiert. Und dann steht man vor einer Liste, auf der alles gleich dringend aussieht. Diese Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt — die ersten drei Punkte sollten Sie wirklich in der ersten Woche erledigen, der Rest kann folgen.
1. Die Domain sichern — bevor Sie irgendetwas anderes tun
Das ist der einzige Punkt, der zeitkritisch ist. Domains sind nach dem Prinzip «wer zuerst kommt» vergeben. Solange Ihr Firmenname im Handelsregister steht und Ihre Domain nicht registriert ist, kann sie jemand anderes nehmen.
Sichern Sie die .ch-Domain. Wenn Sie auch ausserhalb der Schweiz auftreten wollen,
nehmen Sie .com dazu. Mehr brauchen Sie nicht — die Angst vor «Domain-Grabbing» ist
bei kleinen Firmen meist unbegründet, und zwanzig Varianten zu registrieren ist
verschwendetes Geld.
Wichtig: Registrieren Sie die Domain auf Ihren Namen, nicht auf den Namen Ihrer Agentur. Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber nicht — und es ist der häufigste Grund, warum Firmen später bei einem Dienstleister festsitzen.
2. Eine geschäftliche E-Mail-Adresse
ihrname@gmail.com auf der Rechnung sieht nach Hobby aus. info@ihrefirma.ch kostet
ein paar Franken im Monat und verändert, wie Ihre Angebote gelesen werden.
Nebeneffekt, der oft übersehen wird: Eine Adresse auf der eigenen Domain können Sie mitnehmen, wenn Sie den Anbieter wechseln. Eine Freemail-Adresse koppelt Ihre Geschäftskorrespondenz an einen Konzern, der sie Ihnen theoretisch jederzeit sperren kann.
3. Das Google-Unternehmensprofil
Kostenlos, und für lokale Unternehmen der mit Abstand grösste Hebel. Wenn jemand in Ihrer Region nach Ihrer Dienstleistung sucht, entscheidet dieses Profil, ob Sie in der Karte erscheinen.
Füllen Sie es vollständig aus: Kategorie, Öffnungszeiten, Einzugsgebiet, Leistungsbeschreibung, Fotos. Ein halb ausgefülltes Profil wird schlechter angezeigt als ein vollständiges — das ist einer der wenigen Hebel, bei dem Fleiss direkt wirkt.
4. Ein Logo, das auch klein funktioniert
Kein grosser Markenauftritt, aber etwas, das Sie überall gleich verwenden können: auf der Rechnung, am Fahrzeug, im Browser-Tab. Der häufigste Fehler ist ein Logo, das nur auf dem Bildschirm des Gestalters gut aussieht und auf 16 Pixeln zu einem Fleck wird.
Achten Sie darauf, dass Sie am Ende Dateien in mehreren Formaten bekommen — Vektor für den Druck, PNG fürs Web, eine einfarbige Fassung für Stempel und Gravur — und dass die Nutzungsrechte vollständig an Sie übergehen.
5. Eine erste Website, auch wenn sie klein ist
Eine Seite reicht für den Anfang. Sie sollte vier Fragen beantworten: Was machen Sie, für wen, in welcher Region, und wie erreicht man Sie. Alles Weitere kann warten.
Was nicht warten kann: dass die Seite auf dem Handy funktioniert. Mehr als die Hälfte Ihrer Besucherinnen und Besucher kommt vom Telefon.
6. Impressum und Datenschutzerklärung
Nicht spannend, aber notwendig. Sobald Sie online geschäftlich auftreten, gehören Anbieterkennzeichnung und eine Datenschutzerklärung dazu — nach revidiertem Schweizer Datenschutzgesetz, und bei Besucherinnen und Besuchern aus dem EU-Raum zusätzlich nach DSGVO.
Ein Tipp, der Ihnen Arbeit spart: Wenn Ihre Website keine Cookies setzt und keine Dienste von Drittanbietern einbindet, wird die Datenschutzerklärung kurz — und Sie brauchen keinen Cookie-Banner. Das ist keine juristische Spitzfindigkeit, sondern eine Frage davon, wie die Seite gebaut ist.
7. Buchhaltung und Rechnungsvorlage
Gehört nicht zum Webauftritt, wird aber in derselben Woche dringend. Sie brauchen eine Rechnungsvorlage mit Ihrer UID und — in der Schweiz — mit QR-Einzahlungsschein. Ein Hinweis zur Mehrwertsteuer: Sie werden erst ab CHF 100 000 Jahresumsatz pflichtig. Darunter weisen Sie keine MWST aus, und Ihre Preise sind Endpreise.
Die Reihenfolge, falls das Budget knapp ist
- Domain (zeitkritisch)
- E-Mail-Adresse
- Google-Unternehmensprofil (kostenlos)
- Einseitige Website mit Impressum
- Logo
- Alles Weitere
Genau diese Reihenfolge steckt im Firmenstart-Paket: Punkt 1 bis 6 in einem Durchgang, zu einem festen Preis. Wenn Sie es selbst machen möchten, ist diese Liste trotzdem Ihre Reihenfolge — sie funktioniert auch ohne mich.